Therapeutisches Glasdesign

Therapeutisches Glasdesign als innovativer Baustein der „Healing Architecture“ im Gesundheitsbau

Warmes Glas versus kühle Betonbettenburgen

Die letzte Reform zog erneut kostensparende Prozessplanungen innerhalb der Architektur von Gesundheitsbauten nach sich. Hochleistung und Meta-Organisation der Betriebe sowie effizienteste Nutzung aller verfügbaren Raumflächen stehen mit hohen Einsparungen im Vordergrund und bringen dabei oft weiterhin spürbar kühle Betonbettenburgen hervor.

Diese sind meist emotionslos und nüchtern konzipiert, ohne allzu große Fürsorge für ein heilendes Umfeld mit natürlichen Materialen, organisch fliessenden Formen, Naturfarben, heilungsfördernden Lichtsystemen sowie therapeutischem Glasdesign. Müsste man sich denn nicht in der Planung selbst hinterfragen: „Können denn wirklich all diese Menschen, gestapelt in kargen Betonräumen, an solchen Orten genesen? Würde ich denn jemals selbst darin als Kassenpatient liegen wollen?“

Therapeutisches Glasdesign und Heilende Architektur

Baerenherz_1_300x300Aktuelle Laboruntersuchungen zur Wirkung von Farben, Formen und Materialien zeigen neue Wege auf. Erste Pioniere der neuen „heilenden Architektur“ wie z.B. Frau Professor Christine Nickl-Weller mit ihrer Entwicklung der 10 Thesen, die im Gesundheitsbau absolute Gültigkeit haben müssen, Professor Linus Hofrichter mit der innovativen Umsetzung des St. Alexius-/St. Josef-Krankenhauses und viele der Arbeiten der Kölner Innenarchitektin Sylvia Leydecker experimentieren in diese Richtung.

All diese Architekten gehen erste neue Wege. Von diesen Impulsen darf sich nunmehr eine neue Generation von Studenten inspirieren lassen. Denn manche der „hippen Zeitgeistarchitekten“ und Professoren laufen noch mit dem Kopf gegen ihre eigene einbetonierte Herzwand. Meist in grauen RAL-Tönen. Würden all diese letztlich selbst in Ihren Schöpfungen leben wollen?

Heutige Gesundhäuser dürfen evolutionär einen großen, innovativen Sprung wagen: im Fokus weg von gewinnmaximierten Investitionsplanungen spartanischer Krankenbatterien hin zu reinen Wohlfühloasen in baulicher, nachhaltiger und zwischenmenschlicher Qualität. Mit dem Wohlergehen des Menschen im Raum im Vordergrund. Zunehmend hat der Patient die freie Wahl seines Genesungsortes.

Insbesondere die „heilende Architektur“ wird sich dabei nun als wichtiges Marketinginstrument in Zukunft positionieren. Denn die Wirkung von „Healing Architecure“ und „Supportive Healing Design“ ist im direkten Vergleich spürbar für jeden Menschen: ob nun Patient, Besucher oder Mitarbeiter. Weg vom „kranken Haus“ hin zum „gesunden Bau“ bedeutet somit, schon an der Basis anzusetzen: „Einfach gesund und harmonisch schön zu bauen“. Ein vollkommen gesundes Haus mit gesunder Substanz und Harmonie, mit vielen Pflanzen und eingetaucht in angenehmes Licht sowie warme Farben, ist die Grundlage zur Genesung eines jeden Patienten.

Glas als Bestandteil des Gesundheitsbaus

Grundlegend braucht es neue „Healing Visionaries. Mit kleinen, wendigen Teams, die zusammen mit leitenden Architekten und Bauherren gänzlich neue Module und Modelle synchron vernetzt „Hand in Herz“ erarbeiten: Heilende Innenarchitekten, heilende Lehm- und Strohballen-Baumeister, heilende Kunstschreiner, heilende Malerbetriebe, heilende Lichtfirmen –  und ebenso heilende konzeptionelle Glasdesigner. Von Anfang an im MIteinander, in gestalterischer Symbiose.

Hier setzt meine Synergie als Glasdesigner, Künstler und Visionär für neues Bauen ein: Ich realisiere in enger Zusammenarbeit mit Architektenbüros therapeutische GlasDesign-Konzepte, Glasfassaden sowie meditative Räume der Stille und Begegnung. Für Kliniken, Hospize, Reha-Zentren, Pflegeeinrichtungen, Praxen und öffentliche Gebäude. Und gestalte dabei für den Menschen ganz neue sensible Orte der Kraftschöpfung und zugleich Begegnung – letztlich mit sich selbst.

So verstehe ich mich hierbei grundlegend als konzeptioneller Glaskomponist, fliessend in Symbiose mit der Hauptkomposition des Architekten sowie Innenarchitekten und ihrer jeweiligen Architektur. Ich arbeite grundlegend mit neuen Techniken und Verfahren wie der Floatglas-Malerei, die es mir ermöglichen, aus der beschränkten Tradition der „schweren antiken Bleiverglasung“ vogelfrei in Farbverläufen, Symbolen und Formspielereien „durchscheinend“ im Glas großformatig auszubrechen.

Faszination Glas

Denn Glas ist letztlich pure Faszination. Glas ist ein zu Sand zermalmter Stein, der durch das Feuer zerschmolzen das Licht bricht! Ein Zwischenmedium, ein zu Glas erstarrter Augenblick der Ewigkeit, durch den wir Menschen hindurch das Licht erblicken. Das kühle Medium Glas wird durch die Glasmalerei zu einem warmen Lichtfilter, der uns unmittelbar durch die veränderte Wirkung des Lichts berührt. Keine anderen Farben und Trägermedien sind für den Betrachter derart so intensiv: Alle Farbkraft intensiviert sich direkt ohne Umschweife durch das hindurch scheinende Sonnenlicht. In der normalen Malerei wird das Licht nur zurückgeworfen, im bemalten Glas dringt das Licht unmittelbar ohne Widerschein direkt in unser Auge. Und trägt dabei alle Farbinformationen in unsere Seele. Das macht es zu einer einzigartigen Berührung von Seele und Licht.

Willkommen zu ganz neuen Entfaltungen innerhalb der Architektur: Therapeutisches Glasdesign darf in den nächsten Jahren eine wesentliche Rolle im „Healing Environment“ der Gesundheitsarchitektur spielen.
Yvelle Gabriel 2014